Freitag, 18.02.2011

Gesundheit? Deutschland auf dem Weg zur Zweiklassenmedizin?



Unter dem Motto „Gesundheit? Deutschland auf dem Weg zur Zweiklassenmedizin?“ fand am Freitag die Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Karl Lauterbach (MdB, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion), Norbert Bischoff (Gesundheitsminister des Landes Sachsen-Anhalt), Burkhard Lischka (MdB), Dr. Burkhard John (Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt) und Ralf Dralle (Geschäftsführer des Bereichs Gesundheit und Medizin – AOK Sachsen-Anhalt) statt. Nach einem kurzen Eingangsstatement von Prof. Karl Lauterbach folgte eine kontroverse Diskussion. Anschließend nutzten viele der 50 Gäste die Möglichkeit ebenfalls Fragen zu stellen.

Prof. Karl Lauterbach stellte in seinem Eingangsreferat fest, dass die Gesundheitsreform der Bundesregierung unsolidarisch ist, da der Arbeitnehmeranteil bei der Krankenversicherung von 14,9 auf 15,5 Prozent erhöht, aber der Arbeitgeberanteil eingefroren wurde. Zudem können Krankenkassen seit kurzem Zusatzbeiträge in beliebiger Höhe festsetzen – ein Versuch, die Kopfpauschale durch die Hintertür einzuführen. Die Kosten steigen bei gleichen Leistungen und die zukünftigen Kostensteigerungen tragen die gesetzlich Versicherten allein.

In der Diskussionsrunde betonte der Gesundheitsminister Norbert Bischoff, dass das solidarische Prinzip in der Krankenversicherung unbedingt erhalten werden müsste. Die Gesundheitsreform der schwarz-gelben Bundesregierung hingegen belastet einseitig Gering- und Normalverdienende.