15.01.2011

Meile Demokratie in Magdeburg


„Am 16. Januar gedenkt Magdeburg alljährlich der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Unsere Stadt wurde am Abend des 16. Januar 1945 durch alliierte Bomber schwer zerstört. Etwa 2.500 Menschen kamen ums Leben. Im Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs wollen wir nicht vergessen, dass das nationalsozialistische Deutschland in den zwölf Jahren zuvor Millionen von Menschen ausgegrenzt, deportiert und ermordet hat. Der 16. Januar 1945 ruft uns zum Frieden. Er mahnt uns zu großer Wachsamkeit: Nie wieder soll nationalsozialistisches Gedankengut in unserer Stadt und unserem Land Raum gewinnen. Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit haben hier keinen Platz. Das Gedenken an den 16. Januar 1945 sowie die Stadt Magdeburg dürfen nicht für Aufmärsche von Rechtsextremen missbraucht werden. Ihr Aufmarsch steht in den Traditionslinien des Nationalsozialismus. Die Gleichsetzung der Opfer der Luftangriffe auf Magdeburg mit den Ermordeten in den Konzentrations- und Vernichtungslagern soll den Holocaust verharmlosen. Damit wird der Vernichtungscharakter der deutschen Kriegsführung im 2. Weltkrieg verschwiegen und die Fragen nach Schuld und Verantwortung werden verdreht. Das Ziel der Alliierten war die Befreiung Europas und Deutschlands vom Nationalsozialismus. Die Bombardierung Magdeburgs steht damit im Zusammenhang mit der Beendigung dieses mörderischen Regimes. Diese Sicht schließt auch die Trauer um die Toten dieses Bombenangriffs auf unsere Stadt ein.“ So heißt es im Aufruf der Initiatoren der 3. Meile der Demokratie in Magdeburg und dem ist nichts hinzuzufügen.

Aus diesem Grund haben auch in diesem Jahr Bürgerinnen und Bürger der Stadt Magdeburg gemeinsam ein deutliches und sichtbares Zeichen für ein demokratisches und tolerantes Magdeburg gesetzt. Am 15. Januar 2011 haben rund 140 Veranstalter, Künstler und Gastronomen sowie Parteien und Gewerkschaften den Breiten Weg zu einer lebendigen „Meile der Demokratie“ mit Informationsständen, Bühnenprogrammen, vielfältigen Aktionen und einer Menschenkette verwandelt. Nach Angaben von Polizei und Veranstaltern beteiligten sich rund 6.000 Menschen an den Aktionen.

Da sich die SPD seit Jahren für den Kampf gegen den Rechtsextremismus einsetzt, haben wir uns natürlich ebenfalls an der Meile der Demokratie beteiligt – haben Informationsmaterial zur Aufklärung gegen den Rechtsextremismus verteilt und Schmalzbrote und Glühwein zu Gunsten der Aktion „Stolpersteine“ (http://www.stolpersteine.com) verkauft.