Mittwoch, 16.03.2011


Diskussionsveranstaltung zum Wiederaufbau der Ulrichskirche


Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Magdeburg stehen am Sonntag vor einer historischen Entscheidung. Historisch deshalb, weil es neben der Entscheidung über den künftigen Landtag des Landes Sachsen-Anhalt zu einer kommunalpolitischen Premiere kommt: Erstmalig in der Geschichte Magdeburgs wird es einen Bürgerentscheid geben, der sich mit dem Wiederaufbau der Ulrichskirche befasst.


Kaum ein Thema bewegt die Magdeburgerinnen und Magdeburger zurzeit so sehr wie die Frage: „Sind Sie gegen den Wiederaufbau der Ulrichskirche?“, eine Frage, die schon wegen der Fragestellung nicht leicht zu beantworten ist. Wie stark ein möglicher Wiederaufbau polarisiert, zeigt bereits die beeindruckende Zahl von bislang knapp 19.000 per Briefwahl abgegebenen Stimmen.


Für die, die sich in Anbetracht der zahlreichen Argumente pro und contra Ulrichskirche noch keine abschließende Meinung gebildet haben, lud ich am gestrigen Mittwoch zu einer Diskussionsrunde in den AWO-Treff am Westernplan.


Moderiert vom Pressesprecher des SPD-Landesverbandes, Dr. Falko Grube, konnten Dr. Tobias Köppe, der Vorsitzende des Kuratoriums zum Wiederaufbau der Ulrichskirche, und ich unsere teils gewichtigen Argumente Für und Wider Ulrichskirche anbringen.


Auch die sich anschließende Diskussion mit dem Publikum wurde emotional geführt: hier waren unter anderem das Nutzungskonzept und das künftige Stadtentwicklungskonzept für die Magdeburger Innenstadt Thema. Zweifel wurden insbesondere an der Finanzierbarkeit der Ulrichskirche laut: Weil keine öffentlichen Gelder fließen sollen, muss der notwendige Betrag durch Spenden zusammen kommen, man befürchtet hohe Folgekosten für die Stadt. Von vielen Zeitzeugen als schönste Pfarrkirche Magdeburgs bezeichnet, spekulieren die Befürworter der Ulrichskirche allerdings auf die Etablierung eines neuen, überregionalen Tourismusmagneten, der wiederum der Stadt zugute käme.

Auch wenn diese Fragen am gestrigen Abend nicht abschließend geklärt werden konnten, hat man eines schon erreicht: Die Debatte um den Wiederaufbau bewirkt ein neues Sich-Auseinandersetzen aller Bürgerinnen und Bürger mit der Geschichte und Stadtentwicklung Magdeburgs. Und das kann man nur befürworten!